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© bei den Fotografen und © Ursula Kreutz VG Bild-Kunst, Bonn 2018 // Impressum/Datenschutz

Idee und Konzept für guerilla_exil hat die Künstlerin Ursula Kreutz aus ihrer bisherigen Arbeit heraus organisch entwickelt. Ihre geplante, performative wie installative Intervention im Stadtraum betitelt die Künstlerin, die bevorzugt textiles, aber möglichst transparentes Material verwendet, mit zwei Begriffen, die im Kunstdiskurs unserer Zeit unterschiedliche Gewichtung haben: Während Abweichung als Methode im Kampf um die Ressource Aufmerksamkeit so alltäglich wurde, dass die Werbewirtschaft mit Guerilla-Marketing und ähnlichem die künstlerischen Handlungsmuster längst landauf, landab erfolgreich kopiert, ist das – insbesondere freiwillig gewählte – Exil keine übliche Form künstlerischen Auftretens. Das Exil, das hier gemeint ist, deckt sich mehr oder weniger mit Klausur, Askese, Camouflage und Sich-verbergen, Haltungen, die jüngere Künstler nicht unbedingt bevorzugen. Im Sommer 2010 gab es in einem Waldstück eines Nürnberger Naherholungsgebietes eine mehrwöchige Begegnung zwischen Künstlern aus Nürnberg und Kollegen aus anderen deutschen Städten, sowie aus Japan, Korea, Russland, Italien. Das Symposium wurde von einer größeren Ausstellung abgerundet. Ursula Kreutz entschied sich bei ihrer Beteiligung für ihre Form eines Exils. Motto und Ausführung (ein lichtdurchlässiges Tarnzelt markierte den Ort für eine mehrfach abgewandelte Performance, die Künstlerin verschmolz mit ihrer Tarnkleidung mit der Umgebung etc.) waren im besten Sinne situations- und ortsbezogen. Der Mythos vom Wald verbindet sich eng mit der Vorstellung vom Verschwinden, vom Weggehen aus der Zivilisation. Ein ähnliches Unterfangen im Stadtraum wirkt paradox. Möglich, dass es eher zu Reaktionen und ungewöhnlichen, subtilen Formen der Kommunikation kommt, als bei einer expressiv-aggressiven künstlerischen Intervention. Diese Möglichkeit zu eröffnen, ist Intention von Ursula Kreutz, die in ihrem Konzept die Beobachtung des möglichen Beobachters mitdenkt. (Text Hans-Peter Miksch, Fotografien Cornelia Genschow)

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